Streitpunkt Zuwanderung

Montag, 23. / 24. April 2012, KKL Luzern

Migration ist ein weltweites Phänomen. Die internationale Migration erreichte 2010 mit über 200 Mio. Menschen einen neuen Höchststand. Die Globalisierung, die Öffnung der Grenzen aber auch Faktoren wie neue Informations- und Kommunikationstechnologien haben diese Form der internationalen Mobilität begünstigt und beschleunigt.

Haupttreiber für die Auswanderung ist die Suche nach Arbeit. Die meisten Menschen verlassen ihre Heimat, um bessere Lebens- bzw. Arbeitsumstände zu finden. Die Arbeitsmigranten aus Mittelamerika, die ihr Glück in den USA suchen oder die Wanderarbeiter in China illustrieren das eindrücklich. Migrationsströme entstehen aber auch infolge kriegerischer Auseinandersetzungen, humanitärer Katastrophen und wirtschaftlicher Krisensituationen. Jüngste Beispiele sind die bürgerkriegsähnlichen Zustände am Horn von Afrika, die Revolutionen in Nordafrika oder die unsicheren Verhältnisse im Irak. Weiter zurück liegt der heute beigelegte Konflikt auf Sri Lanka. Viele Asylbewerber kommen illegal in die Schweiz. Diese Zuwanderer sind zwar bedeutend weniger zahlreich als die Arbeitsmigranten. Aber sie stellen eine grosse politische und gesellschaftliche Herausforderung dar.

In den Industrieländern trägt die Zuwanderung massgeblich zu einer steigenden Beschäftigung und zum Wirtschaftswachstum bei. Für die Schweiz sind die ausländischen Arbeitskräfte ein wichtiger Faktor der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und unseres Wohlstands. Der Schweizer Arbeitsmarkt braucht auch künftig ausländische Arbeitskräfte, allein schon aus demografischen Gründen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften lässt sich weder quantitativ noch qualitativ vollständig im Inland decken. Verschiedene Branchen könnten heute ohne ausländische Arbeitskräfte nicht mehr existieren.

Aus verschiedenen Gründen hat die Zuwanderung auch ihre Grenzen. Migration ist darum in praktisch allen Industrieländern zu einem Politikum geworden. In der Schweiz wie in Europa herrscht über das Mass der wünschbaren Zuwanderung Uneinigkeit. Wer soll dieses definieren und wo sind die ausländischen Arbeitskräfte am effektivsten einzusetzen? Mit welchen nationalen und internationalen Instrumenten lässt sich die Zuwanderung wirkungsvoll steuern? Welche Rolle spielt dabei die Personenfreizügigkeit? Am 22. internationalen Europa Forum Luzern wurde über die wirtschaftliche Notwendigkeit und politischen Grenzen der Zuwanderung diskutiert und Handlungsoptionen und Lösungswege aufgezeigt.